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Veröffentlicht am 9. März 2020

© Pädagogische Hochschule Niederösterreich unter Verwendung eines Fotos von unsplash.com
Pädagogische Hochschule Niederösterreich

Das Anthropozän lernen und lehren

Die Wechselwirkung von Mensch und Natur hat durch die erkennbaren Folgen von Klimawandel und Artensterben eine Aktualität gewonnen, die für schulische Bildung von zentraler Bedeutung ist. Die Pädagogische Hochschule Niederösterreich hat mit Unterstützung des Landes Niederösterreich ein interdisziplinäres Forschungs- und Entwicklungsprojekt gestartet, das transformatives Lernen initiieren will.

Das Anthropozän-Konzept, die Bezeichnung für den jetzigen Abschnitt der Erdgeschichte, in dem die massiven Eingriffe des Menschen in die Umwelt sichtbar werden, fordert dazu auf, über die Notwendigkeit und die Möglichkeit einer zukunftsorientierten Neugestaltung der Mensch-Natur-Beziehung nachzudenken und sie für aktive Lernprozesse zu nutzen. Das Anthropozän bietet daher einen wichtigen Denkrahmen für transformative Bildungsprozesse, die zu Zukunftsverantwortlichkeit und Gestaltungskompetenz befähigen.

Im Lernraum Schule bietet die fächerverbindende Auseinandersetzung mit der Mensch-Natur-Beziehung im Kontext der Dimensionen Zeit und Raum die Möglichkeit, das Anthropozän als Reflexionsbegriff und als Lernmedium im Sinne transformativer Bildung zu nutzen.

In räumlicher und zeitlicher Perspektive macht es die beispielhafte Auseinandersetzung mit der Natur- und der Kulturgeschichte des Wassers anhand von regionalen und lokalen Objekten und Situationen in Niederösterreich möglich, die globale Perspektive des Anthropozäns und seine Herausforderungen verstehbar werden zu lassen. Das intensive Erleben und Lernen an Primärerfahrungsorten – ermöglicht durch die Projektpartner WasserCluster Lunz und Stiftsbibliothek Klosterneuburg – ist dabei ein wesentliches Moment, um den Menschen als Akteur zu begreifen: im Schaffen von kulturellen Werten ebenso wie im Eingreifen in die und Verändern der natürlichen Stoffkreisläufe und Energiekaskaden. Eine innovative Wissenskommunikation mit Nutzung digitaler Medien will aktive Beteiligung an der Gestaltung einer nachhaltigen Zukunft im Anthropozän ermöglichen.

Das interdisziplinäre Forschungs- und Entwicklungsprojekt „Das Anthropozän lernen und lehren“

  • lädt Studierende ein:

innovative Lernszenarien, die ein Verständnis der Wechselwirkung von Mensch und Natur, Kultur und Technik, Wirtschaft und Gemeinschaft fördern und einen Perspektivenwechsel befördern, in forschendem Lernen selbst zu entwickeln und zu beforschen.

  • lädt Pädagoginnen und Pädagogen ein:

in allen Unterrichtsgegenständen transformatives Lernen in Best-Practice-Beispielen theoriegeleitet zu konzipieren und in der Praxis empirisch zu überprüfen.

  • lädt Gestalter/innen digitaler Medien ein:

naturwissenschaftliche Fakten mit kulturwissenschaftlicher Narration zu verbinden und medienpädagogisch umzusetzen.

 

Kontakt:

HS-Prof. Mag. Dr. Carmen Sippl
Pädagogische Hochschule Niederösterreich
Mühlgasse 67, 2500 Baden
carmen.sippl@ph-noe.ac.at

 

Projektpartner:

Bildungsdirektion Niederösterreich

Hochschule für Agrar- und Umweltpädagogik

WasserCluster Lunz

Stiftsbibliothek Klosterneuburg

FH St. Pölten

Universität Wien/Vienna Anthropocene Network